Helfer vor Ort jetzt dienstbereit

Bei Festakt Einsatz der Ehrenamtlichen gewürdigt

Helfer vor Ort jetzt dienstbereit

Ort
Tiefenbach

Veranstalter
Gemeinde Tiefenbach

Termine
Di, 15.05.2018

Die Bürger der Gemeinde Tiefenbach und Umgebung können nun auf schnellere medizinische Hilfe vertrauen. Der Helfer-vor-Ort-Standort wurde in Betrieb genommen. Dies erfolgte in einer Feierstunde im Sitzungssaal der Gemeinde, in dem Bürgermeister Ludwig Prögler eine Reihe von Ehrengäste begrüßen durfte. Herzlich willkommen hieß er Pfarrer Albert Hölzl, Landrat Franz Löffler, seine Bürgermeisterstellvertreter Josef Königsberger und Nikolaus Scherr sowie Altbürgermeister Johann Müller. Von Seiten des Malteser Hilfsdienstes sagte er Dr. Rainer Tichy, stellv. Diözesanleiter des MHD aus Regensburg, und Josef Brandl, Geschäftsführer Malteser Hilfsdienst e. V. in Rötz, einen Willkommensgruß. Ebenso willkommen hieß er mit Präsident Theo Zellner, Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner und Rettungsdienstleiter Michael Daiminger die Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes. Der Einladung gefolgt waren ferner die Allgemeinärzte Frau Dr. Birgitt Weinhold und Michael Montaser, Notarzt-Sprecher Dr. Klaus Hör und Apotheker Christian Lacher. Mit einem Zitat ging Prögler auf die wichtigsten Personen des Abends, der aktiven Truppe des „Helfer vor Ort“ ein. „Hilfsbereitschaft ist für jede intakte Gesellschaft eine unabdingbare Tugend“, stellt doch die Helfer-vor-Ort-Gruppe Tiefenbach, die  offiziell ihren Dienst aufnehmen wird, das beste Beispiel für Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe dar – und eben für eine intakte (Dorf-)Gesellschaft, so Prögler. Für ihn gehe ein langgehegter Wunsch in Erfüllung und er verwies dabei auf die Trend- und Strukturanalyse für den Rettungsdienst, in dem in der Gemeinde Tiefenbach einige „weiße Flecken“, also Bereiche, die nicht in der Hilfsfrist von zwölf Minuten erreicht werden können, bestehen. Jetzt ist es mit dem Helfer-vor-Ort gelungen, diese lange Zeit bis zum Eintreffen des ersten Rettungsmittels zu überbrücken. Eine Einrichtung, die sich auch schon woanders bestens bewährt hat. Neu ist jedoch in Tiefenbach, dass diese HvO-Gruppe in Kooperation mit den beiden in der Nähe beheimateten Rettungsorganisationen Malteser Hilfsdienst und Rotes Kreuz auf die Beine gestellt werden konnte. Ein Pilotprojekt, von dem Prögler überzeugt ist, dass es funktioniert und dem er viel Erfolg wünschte.

Prögler bat nun die beiden federführenden hauptamtlichen Rettungsdienstler Josef Königsberger und Nikolaus Scherr um einige Ausführungen zum HvO Tiefenbach. Scherr erwähnte, dass es diese ehrenamtliche Hilfe schon Jahrzehnte in Schönsee, Lam, Falkenstein und Walderbach sehr erfolgreich gibt. Ebenso betreiben Feuerwehrstandorte in Oberviechtach und Winklarn gleichwertige Hilfsgruppen namens „First Responder“. Dabei können mitunter sehr belastende Einsätze auf die Helfer zukommen und eventuellen psychischen Nachwehen auslösen und denen gilt es, frühzeitig entgegenzuwirken. Für den Start wünscht Scherr allen Helfern erfolgreiches Helfen und unfallfreie Fahrt.

Josef Königsberger stellte sich als Ansprechpartner für die MHD-Helfer zu Verfügung und meinte, dass mit dem Einsatzfahrzeug, einem Audi A4 mit Allrad, ein absolut passendes KFZ von der Gemeinde angeschafft wurde. Dieses diente jahrelang den Notärzten als Fortbewegungsmittel und er wünscht ebenso allzeit gute Fahrt und den Helfern alles Gute und weiterhin guten Zusammenhalt. Als ein ganz hohes Gut bezeichnete Landrat Franz Löffler die Sicherheit der Bürger und diese Sicherheit fordern viele zu Recht vom Staat. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Medizintechnik viel getan und doch steht das vielfach bewährte Rettungssystem oft in der Diskussion. Zwölf Minuten auf qualifizierte Hilfe zu warten, ist eben eine lange Zeit und diese verkürzt nun der Helfer-vor-Ort-Standort in Tiefenbach auf sehr effektive Weise. „Hut ab vor dieser Leistung“. Mit diesen Worten würdigt Löffler den ehrenamtlichen Einsatz der Helfer, denn diese sind die ersten am Notfallort. Vielen Dank sagte er dafür abschließend, verbunden mit dem Wunsch, immer helfen zu können.

Der Präsident des BRK, Theo Zellner, nannte zwei Gedanken, die ihm an diesem Abend in den Sinn kamen. Bei Großschadensereignissen, wie sie im Juni bei Chamerau geübt werden, arbeiten viele Rettungsorganisationen Hand in Hand zusammen. Diese Zusammenarbeit gibt es ab heute in Tiefenbach bei jedem Notfall mit dem Helfer vor Ort. Die Beschenkten sind die Bürger in der Gemeinde Tiefenbach. Zum anderen sieht Zellner den HvO als Antwort auf die Fläche im Landkreis Cham, die es erforderlich macht, zusätzliche ehrenamtliche Helfer neben der hauptamtlichen Rettung zu installieren. Er gratuliere zur hervorragenden Zusammenarbeit, die in den oberen Führungsebenen ebenso gut klappt wie hier in Tiefenbach.

Über eine jahrzehntelange Erfahrung als Notarzt verfügt Dr. Rainer Tichy aus Regensburg und diese habe ihn gelehrt, dass es für die Helfer in Tiefenbach jetzt sehr wichtig sei, oft Dienst zu machen und jede Möglichkeit der Fortbildung zu nutzen. „Ihr seid die Ersten am Notfallort“, fasste Tichy die Situation zusammen und hier sei Erfahrung sehr wichtig. Ebenso wie Scherr sprach er die psychische Belastung an, die es zu bewältigen gilt. Nachbesprechungen sind hier Gold wert und für die Blaulichtfahrten gab er den Rat, noch vorsichtiger zu fahren. Ankommen sei das Ziel bei jedem Einsatz.

 Zuletzt trat Rettungsdienstleiter Michael Daiminger ans Rednerpult und beleuchtete die rund 16.000 Einsätze pro Jahr im Landkreis Cham. Bei etwa zehn Prozent davon sind Helfer-vor-Ort-Gruppen mit eingebunden. Dies geschieht alles ehrenamtlich, obwohl hier oft ein Spagat zwischen Recht und medizinischer Hilfe vonnöten ist. Der BRK Kreisverband werde die bevorstehende Novellierung des Rettungsdienstgesetzes mit Argusaugen begleiten und wünschte natürlich den Helfern hier in Tiefenbach alles erdenklich Gute.

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