Klöppel-Freundschaft weiter vertieft

Wildbirnbaum Geschenk aus Sedlice – Einstieg in Museumssaison 2019

Klöppel-Freundschaft weiter vertieft

Ort
Tiefenbach

Veranstalter
Gemeinde Tiefenbach

Termine
So, 07.04.2019

Die Museumssaison in Tiefenbach ist eröffnet. Zur Eröffnung ins Klöppelmuseum sind zahlreiche Interessierte gekommen. Bürgermeister Ludwig Prögler konnte neben den Freunden aus Sedlice auch seine Bürgermeisterkollegen Manfred Dirscherl aus Weiding und Gerald Reiter aus Stadlern sowie Bürgermeister Klima aus Sedlice begrüßen. Auch die beiden ehemaligen Bürgermeister Johann Müller aus Tiefenbach und Jiri Rod aus Sedlice waren der Einladung gefolgt. Die beiden Klöppellehrereinnen Martina Srbova und Emilia Urbova, die Damen des Klöppelkreises Schönsee-Stadlern-Tiefenbach mit ihren Sprecherinnen Sieglinde Prögler und Frieda Roith, der Kulturbeauftragte Richard Bierl, Heimatforscher Bruno Servi und der Mann für besondere Aufträge, Manfred Servi, reihen sich in die Gästeschar ein. Den Weg ins Museum hat auch Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx vom Kulturreferat des Landkreises Cham gefunden.


In seiner Begrüßungsrede freute sich Bürgermeister Prögler über das Ende der Winterpause und auf eine sicherlich erfolgreiche Saison 2019. Besondere Highlights sind in diesem Jahr eine geklöppelte Blumenwiesen, die 280 geklöppelte Blüten schmücken. Die Blüten in unterschiedlichen Farben, Formen und Größen wurden von rund 90 Klöpplerinnen und einem Klöppler aus Sedlice, Schönsee, Stadlern und Tiefenbach geklöppelt. „Ein echtes grenzüberschreitendes Kunstwerk, filigran mit viel Fingerfertigkeit geschaffen, schön anzuschauen und überaus beeindruckend.“ Die Blumenwiese sorgte bereits im Vorjahr bei der Biennale in Sedlice für großes Aufsehen. Als weiteres außergewöhnliches Schmuckstück im Museum haben die Klöpplerinnen aus Sedlice eine geklöppelte Goldhaube mitgebracht. Sie wurde früher von den Sedlicer Klöpplerinnen im Auftrag von Händlern hergestellt. Die Exponate sind bis zum 21. Juni 2019 im Museum Ehemalige Klöppelschule zu sehen. Als sichtbares Zeichen der Freundschaft zwischen Sedlice und Tiefenbach wurde noch ein Wildbirnbaum vor der Klöppelstube gepflanzt. Dieser Baum ist ein Geschenk der Stadt Sedlice und des Vereins Spitze von Sedlice. Bürgermeister Ludwig Prögler dankte dafür. „Wir werden den Baum fleißig gießen, damit er reichlich Früchte trage.“ Ludwig Prögler sieht den Baum als Zeichen der Freundschaft nicht nur zwischen Sedlice und Tiefenbach, sondern auch zwischen Bayern und Böhmen. Diese Freundschaft hat in der Vergangenheit viele Menschen zusammengeführt und neue Impulse in Sachen Klöppeln gebracht. „Wir haben miteinander, aber auch voneinander gelernt.“ Er wünscht sich, das diese Freundschaft weiter wächst, so wie der gepflanzte Wildbirnbaum. Bürgermeister Prögler bedankte sich auch bei den Damen des Klöppelkreises, die die Veranstaltung mit vorbereitet haben und für deren ehrenamtlichen Museumsdienst. Er bedankte sich auch bei Richard Bierl und Johann Müller, die beiden zeichnen für die Führungen im zweiten Tiefenbacher Museum, dem Ludwig Gebhard Museum, verantwortlich. Dort soll der Skulpturenweg in den nächsten Wochen fertig gestellt werden. Zum Ende der Begrüßung wünscht Ludwig Prögler den Museen auch heuer wieder viele Besucher und den Kommunen Sedlice, Schönsee, Stadlern und Tiefenbach für die Zukunft alles Gute in einem vereinten Europa.


Bürgermeister Klima aus Sedlice bedankte sich für die freundliche Begrüßung und Einladung nach Tiefenbach, er lud gleichzeitig alle Klöppelfreunde am kommenden Samstag nach Sedlice ein, dort wird ebenfalls ein Wildbirnbaum für die Freundschaft zwischen Sedlice und Tiefenbach gepflanzt. Er hofft, dass viele kommen werden und freut sich schon auf das Wiedersehen.


Die Kulturreferentin Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx überbrachte die Grüße des Landrates Franz Löffler. Landrat Löffler steht für die Zusammenarbeit zwischen Böhmen und Bayern in der Donau-Moldau-Region. Die Kulturreferentin hat große Freude über die Zusammenarbeit zwischen den beiden Orten und stellt das Klöppeln als, vielleicht bald, Europäisches Kulturerbe heraus. Für Dr. Kleindorfer-Marx ist es sehr schön, wenn sich „Nachbarn“ treffen und austauschen und es gemeinsame Aktionen gibt. Sie freut sich schon darauf neue Projekte mitzuentwickeln. Sie wünscht den Gemeinden und Personen die daran beteiligt sind für 2019 alles Gute.


Klöppellehrerin Martina Srbova stellte die beiden besonderen Exponate kurz vor. Das Projekt Blumenwiese sollte die beiden Regionen miteinander verknüpfen. Dieses ist geglückt. Es waren erfahrene Klöpplerinnen ebenso beteiligt wie auch Neulinge. Die 280 Blüten wurden von den Klöpplern diesseits und jenseits der Grenze erstellt. Martina Srbova und Emilia Urbova haben die Entwürfe dazu erstellt. Jede Blume wurde von Hand angenäht, die Blumenwiese entstand. Martina Srbova erstellte auch den Klöppelbrief für die Goldhaube, sie hat die Haube geklöppelt.


Der ehemalige Bürgermeister und jetzige Vorstand des Vereins Spitze von Sedlice, Jiri Rod, verweist darauf, dass Spitzenklöppeln in Sedlice seit dem 18. Jahrhundert nachgewiesen werden kann, es aber vermutlich bereits seit dem 16. Jahrhundert dort beheimatet ist. Wie an vielen Orten war das Klöppeln ein Nebenverdienst nach getaner Feldarbeit. Die Goldhauben waren Auftragsarbeiten von Händlern, sie wurden von 9 Klöpplerinnen erstellt und dann an einem Tag zusammengeführt. Um sie noch wertvoller zu machen wurde böhmischer Granat ein die Haube eingearbeitet. Bezahlt wurde die filigrane Arbeit mit Schokolade, Kakao und Kaffee. Die Spitze wurde aus feinem Garn, welches mit Golddraht umwickelt war, geklöppelt. Das vermittelt den Eindruck von Gold. In Sedlice selbst gab es keine Goldhauben, alle wurden verkauft. Dank des großen Entgegenkommens des Museums Horazdovice konnte von einer original Goldhaube von Martina Srbova ein Muster erstellt werden. Um die Kosten für die Haube zu decken, wurde Geld gesammelt und auch die Region Südböhmen legte Fördermittel dazu. Dafür dankte Jiri Rod allen Beteiligten. Er ist das beste Beispiel dafür, dass das Ende einer Amtszeit nicht das Ende einer Freundschaft bedeutet. Herr Rod äußerte ebenfalls den Wunsch, dass der gepflanzte Wildbirnbaum wächst und jedem Wetter stand hält, den Klöpplerinnen geschickte Hände, Kraft und Gesundheit. Nach dem Besichtigen der Blumenwiese und der Goldhaube ging es weiter zur Klöppelstube, wo die Wildbirne ihren Platz gefunden hat. Die Dornen der Wildbirne wurden früher als Stecknadeln bei Klöppeln benutzt. Aus diesem Grund wurde dieser symbolträchtige Baum an diesem Ort eingepflanzt. In der Klöppelstube hatten die Damen des Klöppelkreises Tiefenbach ein kleines Kuchenbuffet aufgebaut, alle waren eingeladen die Freundschaft bei Kaffee und Kuchen weiter zu vertiefen. Nachdem sich alle gestärkt hatten bedankte sich Bürgermeister Ludwig Prögler bei den Tschechischen Freunden mit kleinen Geschenken.


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