Volkstrauertag feierlich begangen
Ort
Tiefenbach
Veranstalter
Gemeinde Tiefenbach
Termine
So, 16.11.2025
Eine Frau namens Anna sitzt 1945 am Tisch in ihrem Haus und vermisst im Ungewissen ihren toten oder lebenden Mann. Eines morgens klopft es an der Tür und zwei Soldaten fordern sie auf, zusammen mit ihren zwei Kindern ihr Haus zu verlassen. In einer Stunde musste Anna die wichtigsten Sachen zusammenpacken und sich dann durch den kalten Schnee auf den Weg nach Bayern machen. Als sie später in ihrem neuen Zuhause sitzt, widmet Anna Gott ihre Dankbarkeit, da er mit ihnen gegangen und sie beschützt habe. Mit dieser nachdenklichen Geschichte wollte Pfarrer Albert Hölzl in der Predigt anlässlich des Volkstrauertages darauf hinweisen, das Trauern an die Opfer auch in Dankbarkeit zu sehen. Der Volkstrauertag soll uns daran erinnern, dass es unsere Pflicht und Aufgabe ist, dieses Geschehen nicht wiederholen zu lassen.
Am Kriegerdenkmal versammelten sich die Vereinsabordnungen und Gemeinderäte mit den Bürgern und Bürgerinnen. Hölzl erinnert daran, dass auch jetzt im Nahen Osten und der Ukraine noch Krieg stattfindet. Er möchte damit verdeutlichen, dass die Menschheit nicht aus der Vergangenheit gelernt hat. Hölzl betonte, man sollte sich auf die Gestaltung der Zukunft konzentrieren und nicht nur über die Vergangenheit klagen. Am Volkstrauertag solle das Gedenken im Vordergrund stehen. An Opfer von Gewalt und Krieg, an gefallene oder vermisste Soldaten, an Opfer des Terrors, an wertlos betrachtete Menschen, die sterben mussten, an Opfer der Auseinandersetzungen im Nahen Osten und des Ukrainekonflikts werde an diesem Vormittag gedacht.
Bürgermeister Ludwig Prögler zitierte eine Passage aus dem Lied „Traum vom Frieden“ von Hannes Wader. „Ich sah heut Nacht im Traum vor mir ein endlos weites Feld. Millionen Menschen saht ich dort aus allen Ländern der Welt. Ich sah im Traum die ganze Menschheit einig und befreit. Von Folter, Hass und Völkermord für jetzt und alle Zeit.“ Gerade jetzt in der Zeit von kriegerischen und gewalttätigen Auseinandersetzungen träume wohl jeder von diesem Frieden. Am Volkstrauertag gehe es vor allem an das Erinnern, darum, nicht zu schweigen oder wegzusehen, wenn Menschen leiden oder ihnen Unrecht geschehe. Prögler sagte, dass der Volkstrauertag ein wichtiger Tag sei, um zu zeigen, dass die Wunden der Vergangenheit noch nicht verheilt sind. Er möchte daran erinnern, an diesem Tag in Trauer, aber auch in Hoffnung an die Opfer zu gedenken. Prögler bedankt sich bei den Bürgern und Bürgerinnen für die Teilnahme an diesem Ehrenakt, bei der Blaskapelle Treffelstein für die musikalische Umrahmung sowie bei der Soldaten-, Reservisten- und Kriegerkameradschaft für die Mahnwache. Als Zeichen des Gedenkens legt der erste Bürgermeister einen Kranz nieder.
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