"Denkt nach, eh ihr Ja sagt"

Volkstrauertag: Frühere Fehler nicht wiederholen

"Denkt nach, eh ihr Ja sagt"

Ort
Tiefenbach

Veranstalter
Gemeinde Tiefenbach

Termine
So, 18.11.2018

In Begleitung der Blaskapelle Treffelstein zogen am frühen Sonntagmorgen Bürgermeister Ludwig Prögler, der Gemeinderat, die Soldaten- und Reservistenkameradschaft sowie eine Reihe von Vereinen in die Pfarrkirche St. Vitus ein. Pfarrer Albert Hölzl erwähnte in seiner Predigt, dass viele der Ansicht seien, das Ende der Welt ist angesichts der Klimakatastrophen und der gesellschaftlichen Veränderungen nahe. Doch selbst wenn dies so wäre, wissen wir Christen, dass am Ende Gott auf uns wartet und das ewige Leben. Kein Grund also, tieftraurig zu sein, wenngleich heute am Volkstrauertag unsere Gedanken bei den vielen Toten der beiden Weltkriege sind. Erstmals waren dazu im Gotteshaus die bekannten Namen aller Gefallenen, Verstorbenen und Vermissten der beiden Weltkriege aufgelistet.

Um das Mitgefühl aller bat ebenso Bürgermeister Ludwig Prögler am Kriegerdenkmal neben dem Kirchplatz. Er begann seine Ansprache mit dem Gedicht von Walter Bauer „Postkarte an junge Menschen“:

Gebt nicht nach, wie wir getan haben,
Folgt den Verlockungen nicht, denkt nach, verweigert,
Verweigert, lehnt ab.
Denkt nach, eh ihr Ja sagt,
Glaubt nicht sofort, glaubt auch dem Einleuchtenden nicht,
Glauben schläfert ein, und ihr wollt wach sein.
Fangt mit einem weißen Blatt an, schreibt selber die ersten Worte,
Lasst euch nichts vorschreiben.
Hört gut zu, hört lange zu, aufmerksam,
Glaubt der Vernunft nicht, der wir uns unterwarfen.
Fangt mit der stummen Revolte des Nachdenkens an, prüft und verwerft.
Bildet langsam das Ja eures Lebens.
Lebt nicht wie wir.
Lebt ohne Furcht.

Dies soll allen als Mahnung gelten, nicht die Fehler der beiden Weltkriege heute zu wiederholen. Genau 100 Jahre nach dem Ende des 1. Weltkrieges leben wir Gott sei Dank hier in Deutschland in Frieden, stellte Prögler fest. Doch selbst in Europa und der Welt gibt es jeden Tag, jedes Jahr Konflikte und Kriege, die vielen Menschen das Leben kosten. 65 Millionen sind auf der Flucht und Angehörige der Bundeswehr setzten im Ausland ihr Leben aufs Spiel. Die Toten der beiden Weltkriege sind nicht anonym. Sie sind Söhne und Töchter, Mütter und Väter und Brüder und Schwestern, die ihr Leben verloren haben.

Nachdem Prögler am Ehrenmal einen Trauerkranz niedergelegt hatte, erklang die eindringliche Melodie vom „Alten Kameraden“ und diese wurde von drei Böllerschüssen begleitet.


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